LNG mit großen Chancen – Wasserstoff ist vorerst ausgebremst

Mit verflüssigtem Erdgas (LNG) als Kraftstoff für herkömmliche Verbrennungsmotoren und Wasserstoff für den Betrieb von Brennstoffzellen stehen derzeit zwei umweltfreundliche Zukunftstechnologien in den Startlöchern. Nach derzeitigem Stand hat LNG die Nase vorn. Die Schweizer Investmentgesellschaft “Vista Holding Group” investiert hier als eine der ersten in die vom Öl unabhängige Zukunft.

LNG mit großen Chancen - Wasserstoff ist vorerst ausgebremst
Quelle: pixabay.com, Creator: djedj

Zwei Verfahren ringen derzeit um die Oberhand in der Antriebstechnologie, auf dem Weg zur Energiewende: Elektroautos auf der einen Seite, direkt aufgeladen, oder hybrid betrieben mit Extra-Verbrennungsmotor oder Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis. Die andere Seite ist der (Weiter)-Betrieb klassischer Benzin- oder Dieselmotoren, statt dessen nach kleinem Umbau nur betrieben mit alternativem Kraftstoff wie etwa verflüssigtem Erdgas. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weder Auto noch Infrastruktur müssen neu erfunden werden. Die preiswerte und bewährte Verbrennertechnologie kann weiter gefahren werden, nach einmaligem Tankumbau, und für das Klima ist damit schon viel gewonnen. Wenn da nur nicht der Mangel wäre: Das Tankstellennetz bedürfte bundesweit eines Ausbaus um LNG-Zapfstellen. Dazu kommen noch Seeterminals für Verschiffung und Frachtverkehr des auf ein Sechshundertstel seines Volumens kompakt gemachten Erdgases. Infrastruktur zur flächendeckenden LNG-Bereitstellung ist deshalb ein bedeutendes Asset der Schweizer Investmentgesellschaft “Vista Holding Group”. Gelingt die Nachrüstung dieser “Missing links”, liegt die Zukunft ohne unpopuläre Verbote bei den Verbrauchern: Auf den neuesten Stand gebrachte Verbrennertechnologie läuft dann umweltschonend weiter, ohne kostspielige Verschrottungen. Wer die hochpreisige Elektromobilität mit Ladestationen oder Brennstoffzellen bevorzugt, kann sich auch dafür entscheiden. Vorhandene Autos die nicht erst gebaut werden müssen und überschaubare Preise für bewährte Technologie sind der größte Pluspunkt für den Ausbau des LNG-Tankstellennetzes.

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge bestücken mittlerweile mit 1,9 Prozent Marktanteil die deutschen Straßen, verglichen mit 98 Prozent Verbrennern. Verbunden mit ihren drei Grundhindernissen: Mangel an Ladepunkten, Mangel an Reichweite und Mangel an Fahrzeugen. Letzteren bedingen trotz staatlicher Prämien vor allem die stolzen Preise für die Elektrischen – weit über dem Verbrennerniveau. Einen weiteren Flaschenhals verursacht hier die dürftige Ausstattung an Ladestationen. Die liegen in der Summe zwar schon weit über den LNG-Tankstellen, bringen aber auch weit weniger Kilometer pro Ladevorgang.

Ganz weit abgeschlagen liegt Wasserstoff, dem einmal das größte Potenzial zugesprochen wurde: Als Abgas entsteht nur Wasser, umweltfreundlich hergestellter Ökostrom würde ihn günstig zur Verfügung stellen. Allerdings summieren sich die Verluste in der Herstellung auf 75 Prozent. Das Betanken der sehr teuren Fahrzeuge ist dann auch noch teurer als Strom laden oder LNG tanken. Darin dürfte der Hauptgrund dafür liegen, dass von insgesamt in Deutschland 57 Millionen zugelassen Kraftfahrzeugen gerade mal 392 Wasserstoff tanken. Dem gegenüber stehen 83.175 Elektroautos – der allergrößte Teil davon mit Batterie. Hemmend wirkt sich auch die Ausstattung mit gerade mal 100 Wasserstoff-Tankstellen im gesamten Bundesgebiet aus.

Langfristig hat Wasserstoff dennoch sein Potenzial, denn das reaktionsfreudige Gas eignet sich auch zur Herstellung von Methan. Das könnte dann auch über das LNG-Tankstellennetz in den Verkauf kommen.

(ots)

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Über den Autor: Paul Hitzinger

Freier Journalist und Autor im Team von autoecho.de. Liebhaber von alten Autos und SUV Modellen.

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